Behandlung Papillomavirus in Düsseldorf

Wie Papillomavirus zu behandeln? (Inhalt):

Behandlung Papillomavirus in Düsseldorf

Warzen: wann zum Arzt?

Warzen sind hochansteckend – und sehr therapieresistent. Statt sie lange selbst zu behandeln, sollten Betroffene deshalb besser zum Arzt gehen.

Kinder haben häufiger Warzen als Erwachsene

Mit HPV kann sich grundsätzlich jeder infizieren – jedoch kommt es nicht bei jedem, der mit dem Virus in Berührung kommt, zu Warzen. Das HP-Virus ist hochansteckend, ein intaktes Immunsystem
Körpereigenes Abwehrsystem, das mittels spezieller Eiweißstoffe und Abwehrzellen vor Fremdstoffen oder -organismen schützt." >Immunsystem ist aber in der Regel in der Lage, das Virus selbst zu eliminieren oder zu kontrollieren. Viele Warzen verschwinden daher nach einiger Zeit von allein. Ist dies nicht der Fall, stören die Warzen oder ist das Immunsystem bereits geschwächt, sollten Sie zum Arzt gehen.

Gerade Kinder sind von oberflächigen Warzen häufiger betroffen, da ihr Immunsystem noch nicht ganz ausgereift ist: „Der Körper von Kindern kann sich noch nicht so gut gegen die Viren wehren und die Warzen brechen eher aus. Zudem stecken sie sich schneller bei anderen Kindern an, weil sie engeren Hautkontakt haben und vergessen zum Beispiel in Schwimmbändern eher mal ihre Badelatschen als Erwachsene. Gegen eine Infektion im Schwimmbad oder auch im Hotelzimmer sind eigene Badelatschen die beste Vorsorge. Seit ich mich mit dem Thema beschäftige, laufe ich niemals barfuß durch Hotelzimmer oder öffentliche Dampfbäder“, sagt PD Dr. Peter Arne Gerber, leitender Oberarzt an der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf.

In diesem Zusammenhang kann der Hautexperte auch einen gängigen Mythos über Warzen bestätigen: „Unsere Eltern haben tatsächlich Recht, wenn sie sagen, dass man Warzen nicht aufknibbeln sollte, weil sie sich sonst am Körper verbreiten. Beim Knibbeln und Aufkratzen verteilen wir infizierte Hautschuppen, die dann wieder durch rissige Hautstellen in die Haut eindringen und Zellen der oberen Hautschicht infizieren. Hier können dann neue Warzen entstehen.“

 

Viele gehen erst bei sehr hohem Le >„Viele Patienten kommen erst zu uns, wenn der Leidensdruck sehr groß ist“, so Gerber. „Es werden Hausmittel ausprobiert, dann Mittel aus der Apotheke. Leider sind Warzen sehr therapieresistent. Wenn die Plagegeister nicht weggehen, kommen sie dann in unsere Sprechstunde.“ Offene Warzen auf der Haut werden vom Hautarzt meist vereist – in manchen Fällen auch gelasert. „Unsere Hauptaufgabe liegt darin, das Gewebe zu veröden, das Immunsystem zu stärken und somit den Körper dabei zu unterstützen, die Warze und die Viren zu bekämpfen“, sagt der Dermatologe. „Bei Genitalwarzen setzen wir neben dem Laser auch Medikamente ein, um das Immunsystem lokal zu aktivieren.“

 

Außerhalb der Klinik kommen bei vielen Menschen auch Hausmittel und alternative Therapiemethoden zum Einsatz – von Eigenurintherapie über Schneckenschleim bis zum Besprechen von Warzen. Warum viele dieser Behandlungen bei einzelnen Warzen erfolgreich sind, kann Dr. Gerber erklären: „Studien legen nahe, dass Therapien wie das Besprechen von Warzen durch einen neuropsychologischen Effekt das Immunsystem stimulieren und dieses anregen, die Viren selbst zu bekämpfen. Weiterhin gilt aber: Bei geschwächtem Immunsystem, starkem Befall oder Warzen an besonders störenden Stellen, sollte man unbedingt zum Arzt gehen – auch um die Ansteckung von anderen Menschen zu verhindern. Das gilt insbesondere für Feigwarzen im Intimbereich.“

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Universitäts- und Landesbibliothek

Dokument: Häufigkeit und klinischer Verlauf von HPV-Infektionen bei Kopf-Hals-Tumoren in einer Population in Nordrhein-Westfalen

Titel: Häufigkeit und klinischer Verlauf von HPV-Infektionen bei Kopf-Hals-Tumoren in einer Population in Nordrhein-Westfalen
Weiterer Titel: Incidence and clinical course of HPV infection in head and neck cancer in a population in Nordrhein-Westfalen
URL für Lesezeichen: https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet? >
URN (NBN): urn:nbn:de:hbz:061-20160425-092107-5
Kollektion: Dissertationen
Sprache: Deutsch
Dokumententyp: Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp: Text
Autor: Dr. Gössler, Birte [Autor]
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Dewey Dezimal-Klassifikation: 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen: Kopf-Hals-Tumore haben immer noch eine schlechte Prognose trotz verbesserter Systemtherapie und neuen Techniken in der Strahlentherapie. Der kausale Zusammenhang zwischen Karzinomen der Zervix uteri und Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV) ist ausreichend untersucht worden. Es gibt jedoch Publikationen, die zudem auf eine kausale Verbindung zwischen HPV-Infektionen und Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich, besonders bei Oropharynxkarzinomen, hindeuten. Ziel dieser Untersuchung war es daher, die Häufigkeit und den klinischen Verlauf der HPV-Infektion an einem Patientenkollektiv mit Kopf-Hals-Karzinomen zu untersuchen, um auf diesem Wege bestehende Therapiestrategien langfristig anpassen zu können.

 

In einer retrospektiven Untersuchung wurde das Tumorgewebe von 162 Patienten (108 Männer, 54 Frauen, 62.8 Jahre + 12.7) mit einem Kopf-Hals-Tumor (Oropharynx=64, Nasopharynx=10, Larynx= 13, Hypopharynx=15, Mundhöhle=33, CUP=5, sonstige=22) auf eine HPV-Infektion und deren klinischen Verlauf untersucht. Hierbei wurde das p16, ein Surrogat-Marker für die HPV-Infektion, bestimmt. Außerdem wurden Risikofaktoren wie Nikotin, Alkohol, Sicherheitsabstand des Operationspräparates, Histologie, Lymphknotenkapsel-durchbruch, Tumorstadium und die Behandlung des Tumors selbst analysiert. Patienten mit HPV-positiven Oropharynxkarzinomen zeigten im Vergleich zu HPV-negativen Tumoren eine tendenziell längere Überlebenszeit, die jedoch im untersuchten Patientenkollektiv noch nicht signifikant war (p=0.76, HR: 2.42, 95% KI 0.91 – 6.44). Alle weiteren Parameter waren – außer dem Tumorstadium in der uni- und multivarianten Analyse – nicht signifikant für das Gesamtüberleben. Ursache hierfür könnten die geringen Fallzahlen in den einzelnen Subgruppen sein.

Die existierenden Therapiestrategien für Oropharynxkarzinome bei Patienten mit und ohne die klassischen Risikofaktoren Tabak- und Alkoholkonsum müssen vor dem Hintergrund der Erfahrungen hinsichtlich der Bedeutung einer HPV-Infektion hinterfragt werden. Es scheint, dass HPV-positive Patienten einen besseren klinischen Verlauf haben, als HPV-negative Patienten. Dies muss jedoch langfristig in großen Patienten-Kollektiven bestätigt werden.

Head and neck cancer still have a poor prognosis despite improved systemic therapy and new techniques in radiotherapy. The causal relationship between cancer of the cervix uteri and infection with human papillomavirus (HPV) has been adequately studied. However, there are publications that also a causal link between HPV and squamous cell head and neck region, especially in oropharyngeal carcinomas, indicate. The aim of this study was therefore to investigate the incidence and clinical course of HPV infection in a patient population with head and neck cancer, in order to adapt in this way existing treatment strategies over the long term.

In a retrospective study, the tumor tissue from 162 patients (108 men, 54 women, 62.8 years + 12.7), with a head and neck cancer (oropharynx = 64 nasopharynx = 10, larynx = 13, hypopharynx = 15, oral cavity = 33 CUP = 5, other = 22) on HPV infection and examined their clinical course. Here was the p16, a surrogate marker for HPV infection, determined. In addition, risk factors such as nicotine, alcohol, safety distance of the surgical specimen, histology, lymph node capsule breakthrough, tumor stage and the treatment of the tumor itself were analyzed. Patients with HPV-positive oropharyngeal carcinomas showed compared with HPV-negative tumors tend to have a longer survival time, but in the studied group of patients was not significant yet (p = 0.76, HR: 2.42 95% CI 0.91 – 6:44). All other parameters were – besides the tumor stage in the univariate and multivariate analysis – not significant for overall survival. The reason for this could be the small number of cases of individual subgroups.

Behandlung Papillomavirus in Düsseldorf

Nach den bislang erfolgreichen Aktivitäten, aber auch der breiten Zustimmung unter den europäischen HNO-Ärzten, findet auch dieses Jahr auf Initiative der European Head and Neck Society (EHNS) wieder die "Awareness Week" zu Kopf-Hals-Tumoren statt. In dieser Woche durchgeführte Aktionen wie z. B. die Patiententage helfen dabei, die Allgemeinbevölkerung über die Risiken und Schutzmöglichkeiten vor Kopf-Hals-Krebs zu informieren und zur Früherkennung beizutragen.

Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele onkologische Schwerpunktpraxen und auf Kopf-Hals-Tumoren spezialisierte HNO- bzw. MKG-Kliniken, Kliniken für Strahlentherapie, Onkologie und onkologischen Schwerpunkt auch in diesem Jahr wieder an dieser Aktion beteiligen.

In diesem Sinne verbleiben wir mit herzlichen Grüßen
Ihr

 

Prof. Dr.
Andreas Dietz
Univ.-Prof. Dr. Dr.
Jürgen Hoffmann
Prof. Dr.
Wilfried Budach
Prof. Dr.
Viktor Grünwald
HNO, Universitätsklinikum Leipzig MKG, Universitätsklinikum Heidelberg Strahlentherapie, Universitätsklinikum Düsseldorf Onkologie, Universitätsklinikum Essen

Anmeldung Kliniken/Praxen

 

Eine Möglichkeit zur Aktualisierung des klinikrelevanten Wissens zur interdisziplinären Kopf-Hals-Onkologie bietet der Kurs der European School of Oncology (ESO) und der Universität Leipzig.

Update Skills in Head and Neck Surgery and Oncology 2019

Behandlung Papillomavirus in Düsseldorf

in diesem Jahr initiiert die Europäische Kopf-Hals-Gesellschaft (EHNS) erneut die "Make Sense"-Kampagne, deren Ziel es ist, die Bevölkerung über Kopf-Hals-Krebs aufzuklären und für die Erkrankung zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt der 7. Aktionswoche vom 16. bis 20. September 2019 steht Mittwoch der 18. September. Patienten, Angehörige und Interessierte sind eingeladen, sich bei deutschlandweiten Patiententagen über die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten von Kopf-Hals-Tumoren zu informieren.
Finden Sie auf dieser Website Informationen zu den teilnehmenden Kliniken und zu deren jeweiligem Programm.

Portrait einer Betroffenen

Grußwort Anke Steinbacher

Kopf-Hals-Awareness-Week? Ich?

Ich finde ja, Krebs trifft einen immer aus heiterem Himmel. Für mich war es so, als ob aus dem Nichts ein großer Stein auf mich niedergesaust wäre. Gerade eben war alles noch normal bis schön, jetzt hatte ich also Krebs. Die ersten Gedanken waren: Was bedeutet das jetzt für mich und für mein zukünftiges Leben? Gibt es das dann überhaupt noch?

Mut hat mir gemacht, dass wir in einer Zeit leben, in der es eine hohe bis sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt, solch eine Krankheit zu überleben. Aber wie wird die Zeit danach? Hat mein Leben dann noch die Qualität, die es in der Zeit davor hatte? Am liebsten möchte man doch dann die gleiche Lebensqualität haben, die man vor der Krankheit hatte. Man möchte doch bitteschön wieder voll ins eigene Leben zurück. Das ist das Ziel, wenn man den Kampf gegen den Krebs aufnimmt.

Und für dieses Ziel hängt viel davon ab, in welche ärztlichen Hände man sich für die Behandlung begibt. Mir war nicht bewusst, dass es erstaunlich viele und auch sehr unterschiedliche Arten gibt, ein und dieselbe Krebserkrankung zu behandeln.

Heute kann zum Beispiel ganz anders therapiert werden, als noch vor fünf Jahren. Es kann minimalinvasiver und präziser operiert werden, es gibt unterschiedliche Bestrahlungsarten und es gibt die Immuntherapie, eine völlig neue und sehr vielversprechende Therapiemethode. Es macht also einen großen Unterschied, wie zeitgemäß Ihr behandelnder Arzt ist. Sein Wissensstand entscheidet nämlich über Ihr weiteres Leben. Bei Kopf-Hals-Krebspatienten vielleicht noch offensichtlicher als bei vielen anderen Krebsarten.

Denn mein Gesicht ist das, was mein Gegenüber zuallererst von mir wahrnimmt. Da macht es wirklich einen drastischen Unterschied, ob der Krebs im Hals oder Mund so operiert wird, dass man es für immer auf den ersten Blick sieht oder so, dass es völlig unsichtbar ist, dass operiert wurde. Beides ist möglich. Wie man es macht, kommt erstaunlicherweise nur darauf an, bei welchem Arzt man ist.

Woran liegt das? Vielleicht ja auch, dass Ihr Interesse als Patient bzw. Patientin möglicherweise ein anderes ist, als das Ihres behandelnden Arztes. Ihr Arzt will Sie von der Krankheit heilen und befreien. Das ist sein Beruf. Sie wollen das natürlich auch UND zusätzlich wollen Sie nach der Krankheit so gut leben wie davor. Das ist legitim und richtig, auch wenn Ihr Arzt Ihnen womöglich das Gefühl gibt, dass Sie zu fordernd sind und lieber dankbar sein sollten, wenn Sie möglichst lange überleben. Aber Ihr Arzt muss ja auch nicht Ihr Leben weiterleben.

Sie wollen dahin zurück, wo Sie vor der OP oder der Chemo oder der Bestrahlung waren – nämlich in Ihr schönes, normales, echtes Leben mit einer hohen Lebensqualität. Sie wollen wieder in die Arbeit gehen, Ihre Freunde treffen, kochen und essen und Sport machen oder das tun, was Ihnen gefällt und zwar mit möglichst wenig Einschränkungen. Damit das möglich wird, brauchen Sie einen Arzt, der auf dem neuesten Wissensstand ist und die neuesten Methoden in Operation – und Behandlung kennt und anwenden kann.

Es lohnt sich daher unbedingt, sich auf die Suche nach dem besten Arzt zu begeben. Zum Beispiel gibt es im Internet oder in Gesundheitsmagazinen Ärzte und Klinik- Rankings spezifiziert nach Krebsarten. Doch um sich gut zu informieren braucht man ein wenig Zeit. Die sollte man sich nehmen, auch wenn der Arzt, der die Diagnose erstellt hat, zur Eile rät und beispielsweise sehr schnell operieren möchte. Damit wird meiner Meinung nach auch häufig einfach verhindert, dass man sich noch bei ein oder zwei anderen Ärzten erkundigen kann, was deren Methode der Wahl wäre.

Ich lebe heute wieder ein sehr normales, aktives, überaus soziales und ja – lustiges – Leben. Niemand sieht, dass ich eine sehr große OP buchstäblich mitten im Gesicht hatte und ich habe auch nicht mit Folgeschäden zu kämpfen. Und das alles nur, weil ich mich getraut habe, dem ersten Therapieansatz nicht zu folgen und stattdessen weiter zu suchen. Dabei habe ich den Arzt gefunden, der genau das Gleiche wollte wie ich: Mich krebsfrei zu bekommen und zwar so, dass ich danach genauso gut und gerne lebe wie davor. In diesem Sinne freue ich mich sehr, auch dieses Jahr Patin für die Make Sense Kampagne sein zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Behandlung Papillomavirus in Düsseldorf

Nach den bislang erfolgreichen Aktivitäten, aber auch der breiten Zustimmung unter den europäischen HNO-Ärzten, findet auch dieses Jahr auf Initiative der European Head and Neck Society (EHNS) wieder die "Awareness Week" zu Kopf-Hals-Tumoren statt. In dieser Woche durchgeführte Aktionen wie z. B. die Patiententage helfen dabei, die Allgemeinbevölkerung über die Risiken und Schutzmöglichkeiten vor Kopf-Hals-Krebs zu informieren und zur Früherkennung beizutragen.

Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele onkologische Schwerpunktpraxen und auf Kopf-Hals-Tumoren spezialisierte HNO- bzw. MKG-Kliniken, Kliniken für Strahlentherapie, Onkologie und onkologischen Schwerpunkt auch in diesem Jahr wieder an dieser Aktion beteiligen.

In diesem Sinne verbleiben wir mit herzlichen Grüßen
Ihr

 

Prof. Dr.
Andreas Dietz
Univ.-Prof. Dr. Dr.
Jürgen Hoffmann
Prof. Dr.
Wilfried Budach
Prof. Dr.
Viktor Grünwald
HNO, Universitätsklinikum Leipzig MKG, Universitätsklinikum Heidelberg Strahlentherapie, Universitätsklinikum Düsseldorf Onkologie, Universitätsklinikum Essen

 

Anmeldung Patiententag für Kliniken und
onkologische Schwerpunktpraxen:

Interessierte Kliniken benutzen bitte für die Anmeldung eines Patiententages den folgenden Button:

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Herausgegeben vom
Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)

in Zusammenarbeit mit der
Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Sicher in die Schwangerschaft

"Ich möchte von Anfang an alles richtigmachen. Meine Frauenärztin berät mich zur Folsäure-Ergänzung im Vorfeld der Schwangerschaft und komplettiert meinen Impfschutz."

Meine Zukunft ist mir wichtig

"Ich gehe regelmäßig zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt. Denn je früher eine Krankheit erkannt wird, desto größer ist die Chance, sie dauerhaft zu besiegen."

Lebensqualität ist auch eine Frage der Gesundheit

"Es gab nie weniger Grund als heutzutage, in meinem Alter zuversichtlich nach vorne zu blicken, mich in vielerlei Hinsicht wohl zu fühlen und aktiv zu bleiben."

Wachstum und Entwicklung

Die Früherkennung hat in der Gynäkologie eine besonders zentrale Funktion, weil viele Erkrankungen erst in der Pubertät manifest werden.

Liebe lieber sicher

"Bei Fragen zur Verhütung und Sexualaufklärung frage ich meine Frauenärztin – ihr Fachwissen gibt mir Sicherheit und ich lerne meinen Körper zu schätzen."

Impfungen schützen

Ein umfassender Impfschutz gehört zu den wirksamsten und wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin – manche Impfungen müssen aufgefrischt werden.

Früh erkennen – besser heilen

Krebsfrüherkennung ist in jedem Alter wichtig. Gesetzlich Krankenversicherte haben gemäß den "Krebsfrüherkennungs- richtlinien" Anspruch auf bestimmte gesetzliche Vorsorgeleistungen.

Entwicklung & Pubertät

Verschiedene Faktoren nehmen unterschiedlich Einfluss auf Verlauf und Ausprägung der Pubertät – darunter genetische Faktoren, der Ernährungszustand des Körpers sowie die körperliche und emotionale Gesundheit.

Wechseljahre und danach

Viele Frauen sehen den Wechseljahren mit unsicheren Gefühlen entgegen. Sie sollten sich nicht entmutigen lassen, sondern diese Lebensphase als interessanten und chancenreichen Teil ihres Lebens akzeptieren.

Wissenswertes

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Daneben gibt es noch weitere Hilfsangebote für Frauen mit Gewalterfahrung.
mehr

Hintergrund

Pubertät: Während dieser Entwicklungs- phase finden starke Veränderungen statt

Die Reifung der Geschlechtsorgane wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen geregelt, ebenso, wie der Monatszyklus, der in der Pubertät einsetzt und erst mit der Menopause zum Stillstand kommt.

20 Jahre „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“

Seit 20 Jahren findet jährlich am 9. September weltweit der Internationale FASD Awareness Day statt. Mit Veranstaltungen will man weltweit das Bewusstsein für die Gefahren des Alkoholkonsums während.

>> Archiv Aktuelles

Finden Sie eine Frauenärztin / einen Frauenarzt oder eine Klinik in Ihrer Nähe

Frauenärzte betreuen sämtliche Lebensabschnitte von Frauen

Frauenärzte begleiten Frauen oft über lange Phasen ihres Lebens. Sie sind nicht nur auf Erkrankungen und die Schwangerenvorsorge spezialisiert, sondern beraten auch bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, Verhütungsfragen, sexuellen Problemen sowie zur Familienplanung und vielem mehr.

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Mädchen haben in der gynäkologischen Sprechstunde oder auch speziellen „Mädchensprechstunden“ die Gelegenheit, weibliches Körperwissen zu erwerben und damit die gynäkologischen Zusammenhänge positiv und wertschätzend in ihre Vorstellungen zu integrieren. Sie sind oft erst dann in der Lage, mit gewachsenen Freiheiten verantwortlich und selbstbestimmt umgehen zu können, wenn sie ihren Körper kennen und auch schätzen. Frauenärzte können Mädchen dabei helfen und auch in Bezug auf Schutz vor ungewollten Schwangerschaften, zu Schutzimpfungen sowie dem Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen informieren.

Impfschutz und Krebsfrüherkennung

Der Prävention gilt heute besonderes Augenmerk. Umfassende Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen gehören genauso wie verschiedene Schutzimpfungen zu den wichtigen Präventionsangeboten in frauenärztlichen Praxen.

Vermeidung und Therapie HPV-assoziierter Erkrankungen durch Vakzinationsprogramme

Zusammenfassung

Eine persistierende Infektion mit high-risk humanen Papillomaviren (HPV) ist eine notwendige Voraussetzung für die Entstehung der schweren Präneoplasien und Neoplasien der Zervix und Vulva. Die Durchseuchung ist sehr hoch, ca. 60–70% der Frauen machen in ihrem Leben die Infektion durch, oft symptomlos. Nur ein geringer Anteil wird eine persistierende Infektion entwickeln mit dem Risiko der Entstehung eines Genitalkrebses. Die HPV-Infektion kann durch eine prophylaktische Impfung verhindert werden. Da das Virus fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, sollte die Impfung der jungen Mädchen (und Jungen) vor Aufnahme des ersten Sexualkontaktes erfolgen.

Derzeit in Phase-III-Studien untersuchte Impfstoffe gegen HPV 16 und 18 (6, 11), die 70% der Genitalkrebse verhindern könnten, werden voraussichtlich 2007 angeboten werden. Neben der Entwicklung eines optimalen Impfstoffes ist die Erarbeitung eines wirksamen Konzeptes für die Einführung und Anwendung der Impfung in der Zielpopulation eine entscheidende Voraussetzung für deren Erfolg.

Die Entwicklung therapeutischer Impfstoffe dient der Behandlung bereits bestehender HPV-induzierter Tumoren. High-risk-HPV-infizierte Tumorzellen überexprimieren an ihrer Oberfläche die beiden Onkoproteine E6 und E7. Eine T-Zell-Immunantwort gegen diese tumorspezifischen Antigene scheint die Hauptrolle bei einer Tumorreduktion/Auslöschung zu spielen, sodass derzeit in der Entwicklung befindliche therapeutische Impfstoffe gegen E6 und E7 gerichtet sind.

Schlüsselwörter

Vaccination programs for the prevention and therapy of HPV-related anogenital diseases

Persistent infection with high risk human papillomaviruses (HPV) is a necessary condition for the development of precursor lesions as well as cancer of the cervix or vulva. The lifetime risk of infection for women is approximately 70%, but in most cases infection is transient and asymptomatic. Only a few cases develop persistent infection with the risk of development of cervical cancer. HPV infection can be prevented by prophylactive vaccine. Since HPV infection is a sexually transmitted disease, vaccination should be given to young girls (and boys) before they become sexually active.

Prophylactive HPV vaccines, consisting of virus like particles of HPV 16, 18 (6 and 11), are designed to prevent about 70% of cervical carcinoma cases (and 90% of condyloma). They are currently being tested in phase III trials and their introduction is planned for 2007. Development of an efficient educational program for young people and the recruitment of the target population is a challenging task required for the realization of this promising vaccination strategy.

Therapeutic vaccines are under development for the clearance of established HPV related disease. HPV induced tumors are known to express two major oncoproteins, E6 and E7. A strong T-cell response against these tumor antigens seems to be an effective target. Therefore, most of the HPV therapeutic vaccines under investigation are directed against E6 and E7.

Interessenkonflikt:

Es besteht kein Interessenkonflikt. Der korrespondierende Autor versichert, dass keine Verbindungen mit einer Firma, deren Produkt in dem Artikel genannt ist, oder einer Firma, die ein Konkurrenzprodukt vertreibt, bestehen. Die Präsentation des Themas ist unabhängig und die Darstellung der Inhalte produktneutral.

PAP-VERÄNDERUNGEN: Altes Problem – neuer Therapieansatz

Weltweit ist Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste Todesursache bei Frauen. Regional schwankt die Erkrankungshäufigkeit jedoch stark: In Finnland erkranken durchschnittlich 4 von 100000 Frauen pro Jahr an Gebärmutterhalskrebs, in Kolumbien sind es dagegen 45!

Deutschland liegt mit ungefähr 11 Erkrankungen pro 100000 Frauen pro Jahr im vorderen Drittel. Durch eine 1970 von den gesetzlichen Krankenkassen eingeführte Vorsorgeuntersuchung konnten die Krankheitsfälle in Deutschland um mehr als die Hälfte reduziert werden. Der sogenannte Pap-Test beruht auf einer von George Papanicolao schon in den 1940er-Jahren in Amerika gemachten Entdeckung, dass einer Krebserkrankung am Gebärmutterhals charakteristische entzündliche Vorstufen vorausgehen. Da der Gebärmuttermund gut über die Vagina von außen zugänglich ist, können mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen Bürste Zellen völlig schmerzfrei entnommen werden. Auf einem Glasplättchen aufgetragen, werden sie haltbar gemacht und an zytologische Labors verschickt, die sich auf die Klassifizierung der Zellen spezialisiert haben.

Nach der Münchner Nomenklatur werden im Pap-Abstrich fünf Stadien unterschieden und mit römischen Zahlen bezeichnet: Pap I bis Pap V.

Nach den Daten des Robert-Koch-Instituts erkrankten 2008 ungefähr 4800 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, ca. 1600 starben an den Folgen. Das hört sich nicht weiter bedrohlich an – in der Praxis sieht die Situation jedoch anders aus. Die Zahl der diagnostizierten auffälligen Pap-Veränderungen ist 50- bis 100-mal höher!

Die Verunsicherung ist groß, wenn sich ein auffälliger Befund, z.B. Pap IIId, nach drei oder sechs Monaten immer noch nicht zurückgebildet hat. Die Angst vor einer Krebserkrankung ist riesig, und so suchen immer wieder ratlose Frauen meine Praxis auf, denen beispielsweise eine Konisation empfohlen wurde. Bei der Konisation wird ein kegelförmiges Stück aus der Zervix entfernt und histologisch untersucht. Besteht ein Kinderwunsch, lehnen viele Frauen diesen Eingriff ab, da dadurch der Muttermund geschwächt wird und es bei nachfolgenden Schwangerschaften zu Komplikationen kommen kann. Aber wer möchte schon bei einer auffälligen Veränderung im Körper nichts unternehmen?

Hier kann durch gezielte Aufklärung und naturheilkundliche Behandlung oft geholfen werden.

Entstehung von Gebärmutterhalskrebs

Seit den 1980er-Jahren ist bekannt, dass humane Papillomaviren (HPV) den Gebärmutterhalskrebs (Cervix-Ca) auslösen können. Harald zur Hausen ist 2008 für diese Entdeckung mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Nicht jede Infektion mit HPV führt jedoch zu Krebs. Abb. 1 verdeutlicht den Infektionsvorgang.

Im Laufe ihres Lebens infizieren sich fast 80% der Frauen mit HPV. Das Immunsystem ist jedoch fast immer in der Lage, die Virusinfektion zu bekämpfen und den sogenannten Zervixschnupfen ausheilen zu lassen. Erst wenn nach 18 Monaten immer noch auffällige Zellveränderungen bestehen, scheint der Körper mit der Infektion überfordert zu sein. Es entwickelt sich aber auch hier nicht sofort ein Tumor, sondern es entstehen Krebsvorstufen, sogenannte Präkanzerosen, die eben im Pap-Test nachgewiesen werden können. Erst nach Jahren bis Jahrzehnten entwickeln sich aus den Präkanzerosen Tumore. Die Patientin hat also genügend Zeit, genauere Untersuchungen durchführen zu lassen und die Infektion naturheilkundlich zu behandeln. Es ist sehr wichtig, in der Therapie auf diese Tatsache hinzuweisen. Es ist genug Zeit. Keine Entscheidung muss übers Knie gebrochen werden.

Empfohlene zusätzliche Untersuchungen

Es empfiehlt sich, bei Pap-Veränderungen testen zu lassen, ob überhaupt eine HPV-Infektion vorliegt und um welchen der über 100 bekannten Stämme es sich handelt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass es unter den HP-Viren sogenannte Hochrisikostämme (high-risk) gibt, die häufig zur Krebsentstehung beitragen. Dabei handelt es sich z.B. um die Stämme 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 53, 56, 58, 59, 66, 68, 70, 73 und 82. Sie wurden in über 99 % der Cervix-Ca-Fälle nachgewiesen. Ebenso gibt es Niederrisikostämme (low-risk), die seltener an der Krebsentstehung beteiligt sind, aber dafür Warzenbildung auslösen können: 6, 11, 40, 42, 43 und 44.

Die Hochrisikostämme 16 und 18 konnten bei ungefähr 70% der Cervix-Karzinome nachgewiesen werden. Deshalb wurde gegen diese Stämme eine Impfung entwickelt. Es stehen zwei Impfstofftypen zur Verfügung:

 

  • bivalente Impfstoffe: Immunisieren gegen zwei Virustypen (HPV 16 und 18) nur gegen Cervix-Karzinom
  • tetravalente Impfstoffe: Immunisieren gegen vier Virustypen (HPV 6, 11, 16 und 18) gegen Cervix-Ca und Condylome (Warzen)

 

Der Erfolg der Impfung zur Krebsbekämpfung ist noch nicht erwiesen, da es noch andere Hochrisikoerregerstämme gibt, gegen die nicht immunisiert wird und die 30% der Gebärmutterhalskrebsfälle verursachen. Es wäre denkbar, dass geimpfte Frauen häufiger an den Stämmen erkranken, gegen die sie nicht geimpft wurden (Typen-Replacement). Bei häufig wechselnden Partnern ist es daher trotz Impfung sicherer, mit einem Kondom zu verhüten, das auch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen einen guten Schutz bietet.

Naturheilkundliche Behandlung

Wurde eine HPV-Infektion festgestellt, bleibt genügend Zeit, mit verschiedenen, sich gegenseitig ergänzenden Therapieformen zu behandeln. Folgende Maßnahmen haben sich seit Jahrzehnten in der Naturheilkunde bewährt, da sie die Risikofaktoren für ein Cervix-Ca minimieren und den Körper bei der Selbstheilung unterstützen:

1) Vor Behandlungsbeginn
Die Schleimhäute von Darm, Lunge und Urogenitaltrakt sind eng miteinander verbunden. Kommt es zu entzündlichen Veränderungen im Darm, sind oft Lunge oder Vagina mitbetroffen. Die wichtige Döderleinflora der Vagina wird durch andere Organismen verdrängt, der pH-Wert der Scheide ändert sich, und so können Infektionen z.B. mit humanen Papillomviren leichter entstehen. Wird die ursprüngliche Bakterienflora im Darm wieder hergestellt, können auch die anderen Schleimhäute gesunden. Deshalb vor Behandlungsbeginn die Darmgesundheit prüfen.

2) Antivirale Phytotherapie
Ist eine HPV-Infektion diagnostiziert, kann lokal mit Thymian-Zäpfchen gearbeitet werden. Die betroffenen Frauen stellen sich selbst z.B. nach dem folgenden Rezept Zäpfchen oder Kugeln her und führen diese regelmäßig abends in die Vagina ein.

Antivirale Thymianzäpfchen:
– 20 g Sheabutter, natürliches Fett
– 10 Tropfen Vitamin-A-Palmitat, regeneriert Schleimhautzellen
– 10 bis 20 Tropfen ätherisches Thymianöl wirkt antiviral, antibakteriell und antimykotisch
eventuell
– 2 bis 3 Tropfen Rosengeranienöl
– eine 10er Plastik-Zäpfchenform aus der Apotheke

Sheabutter im Wasserbad schmelzen, bis sie wasserklar ist. Schälchen aus dem Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen. Vitamin A zugeben, wenn die Flüssigkeit nicht mehr zu heiß ist. Danach das Thymianöl zugeben. Gut umrühren. Kann noch mit echten ätherischen Ölen aromatisiert werden (z.B. mit 3 Tropfen Rosenöl oder Rosengeranienöl).

In die Zäpfchenform abfüllen und erkalten lassen oder nach dem Erkalten im Schälchen mit einem Teelöffel kleine „Kugeln“ abstechen. Zäpfchen luftdicht aufbewahren. Ergibt 10 Kugeln oder 10 Zäpfchen.

Anwendung: Nach der Menstruation 10 Tage lang je ein Zäpfchen abends in die Vagina einführen. Dann Behandlungspause bis zur nächsten Menstruation. Kann auch im Wechsel mit Vagiflor-Zäpfchen, die Milchsäurebakterien enthalten, oder Vagi-C-Zäpfchen (können brennen) verwendet werden. Drei Monate lang anwenden.

Behandlung Papillomavirus in Düsseldorf

Vorsicht! Diese Zäpfchen sind nicht für Schwangere geeignet: Vitamin A wirkt teratogen und kann Missbildungen beim Ungeborenen auslösen. Auch einige Bestandteile des Thymians sind giftig für Ungeborene.

3) Immunsystem stärken
Virusbefallene Zellen werden von den „natürlichen Killerzellen“, einer spezialisierten Zellreihe des Immunsystems, erkannt und bekämpft. Sind zu wenige natürliche Killerzellen vorhanden, ist das Immunsystem zu schwach und kann die Infektion nicht beseitigen. Der Vermehrung von „natürlichen Killerzellen“ kann man mit einigen Kohlenhydraten, oft aus Pilzen gewonnen, auf die Sprünge helfen. Bei Pap-Veränderungen einfach eine dreimonatige Kur mit Nutriglucan, Biobran oder Mistel durchführen. Diese Medikamente erhöhen die Anzahl der „natürlichen Killerzellen“.

4) Kondom benutzen
Um die Beweglichkeit der Spermien zu verbessern, wird der saure pH-Wert der Scheide durch das basische Sperma erhöht. Leider gedeihen im höheren pH-Wert auch Krankheitserreger besser. Deshalb, und um eine dauernde Re-Infektion durch den Partner zu verhindern, empfiehlt es sich, bei HPV-Infektionen und Pap-Veränderungen ein Kondom zu benutzen und den/die Partner mitzubehandeln.

5) Ernährung umstellen
Bei einer Entzündungsreaktion entstehen im Körper Prostaglandine. Sie sind an der Entzündungsreaktion beteiligt. Viele Medikamente, wie z.B. Aspirin, unterbinden daher die Prostaglandinsynthese im Körper, um so Entzündungen in Schach zu halten. In vielen tierischen Nahrungsmitteln ist die Vorstufe der Prostaglandine, die Arachidonsäure, enthalten. Bei einer chronischen Entzündung der Vagina sollte daher die Zufuhr von Arachidonsäure (Omega-6-Fettsäure) eingeschränkt werden. Man sollte stattdessen den Anteil an Omega- 3-Fettsäuren erhöhen, die z.B. in Leinöl oder Rapsöl enthalten sind. So kann die Entzündungsreaktion günstig beeinflusst werden.

6) Stress reduzieren
Die Immunabwehr ist in der Scheide zugunsten der Spermien schon reduziert. Befindet sich die Frau über längere Zeit in einem angespannten, gestressten Zustand, sinkt das sekretorische IgA oft nachweislich 2) , und eine Infektion kann nicht ausreichend bekämpft werden. Deshalb ist es wichtig, die Pap-Veränderungen als Hinweis des Körpers ernst zu nehmen und für angemessene Entspannungsphasen, körperliche Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf zu sorgen. Auch eine unbefriedigende Sexualität, persönliche Grenzüberschreitungen oder sexueller Missbrauch können sich an unserer „Grenze zum Außen“ durch Pap-Veränderungen widerspiegeln. Deshalb in der Anamnese immer auch danach fragen.

7) Symbioselenkung in der Scheide
Um unerwünschte Krankheitserreger aus der Scheide zurückzudrängen, kann das Milieu einfach mit der „richtigen“ Flora angereichert werden. Es gibt gefriergetrocknete Milchsäurebakterien in Zäpfchenform (z.B. Vagiflor). Sie können wie oben beschrieben als Kur im Wechsel mit den Thymianzäpfchen verwendet werden. Sind jene kontraindiziert, wie in der Schwangerschaft oder bei Allergien, kann auch ausschließlich mit Milchsäurebakterien gearbeitet werden.

Neuer Ansatz

Ein neuer therapeutischer Ansatz basiert auf der Beobachtung, dass offenbar die Konzentration von Östrogenabbauprodukten bei der durch eine HPV-Infektion ausgelösten Krebsentstehung eine Rolle spielt. Dieser bietet auch eine Erklärung dafür, weshalb nicht alle Frauen, die eine HPV-Infektion haben, an einem Cervix-Ca erkranken.

Es ist entscheidend, wie das Östrogen im Körper der Frau abgebaut wird!

Der Abbau der Östrogene gliedert sich in verschiedene Phasen, da das eigentlich fettlösliche Hormon wasserlöslich werden muss, damit es über die Niere oder Gallenblase ausgeschieden werden kann.

Dafür wird zunächst in der Leber eine OH-Gruppe angehängt, die wie eine „Kupplung“ für weitere Moleküle wirkt, die das Östrogen dann in einem zweiten Schritt wasserlöslich machen. Diese OH-Gruppe kann, je nach Enzymausstattung der Person (Cytochrom-p450- Varianten), an drei verschiedenen Stellen gebunden werden. Dadurch entstehen jedoch drei völlig verschiedene Abbauprodukte: die Katechol-Östrogene. Davon ist eines ein „gutes Abbauprodukt“ und zwei sind „schlechte Abbauprodukte“ (s. Abb. 2).

„Gutes“ Abbauprodukt

2-OH-Estron bindet nur wenig an Östrogenrezeptor und hat dadurch eine protektive Wirkung, es „schützt“ vor östrogenabhängigem Krebs.

Schlechte Abbauprodukte

4-OH-Estron wird auch außerhalb der Leber in Brust, Niere, Prostata, Gebärmutter und Plazenta gebildet. Es gehört zu den potenziell krebserregenden Abbauprodukten, da es

1) eine östrogenartige Wirkung am Rezeptor entfaltet und damit die Zellteilung stimuliert;

2) umgebaut werden kann und dann direkt an die DNA bindet und dort Mutationen auslöst, die zur Tumorentstehung führen können.

16-OH-Estron hat eine starke östrogenartige Wirkung an den Zellen, da es irreversibel an die Östrogen-Rezeptoren bindet und einen lang anhaltenden DNA-stimulierenden Effekt bewirkt. Hierdurch teilt sich die Zelle öfter, wobei bei jeder Zellteilung Mutationen entstehen können, die auch wieder zu Tumoren führen können.

Für den Schutz vor hormonabhängigen Tumoren ist es also wichtig, möglichst viel 2-OHEstron zu produzieren und die Produktion von 4-OH-Estron und 16-OH-Estron zu drosseln. Auch beim Cervix-Ca scheint es einen Zusammenhang zwischen 16-OH-Estron und der Tumorentwicklung zu geben. Man geht davon aus, dass die HPV-Viren nicht allein an der Krebsentstehung schuld sind, sondern dem 16-OH-Estron nur den Weg bereiten!

Ist mehr vom „guten“ Abbauprodukt 2-OHEstron vorhanden, konnten Präkanzerosen sogar zurückgebildet werden. Studien haben gezeigt, dass Indol-3-Carbinol (I-3-C) die Bildung des Enzyms induziert, das Östrogen zu 2-OH-Estron abbaut. Indol-3-Carbinol ist in Kreuzblütlern, besonders in Brokkoli vorhanden. Leider müsste man täglich 1 Pfund Brokkoli roh verzehren, um auf die erforderliche Menge Indol-3-Carbinol zu kommen. In diesem Fall empfehle ich Nahrungsergänzungsmittel, die frei verkäuflich sind, z.B. Indol-3-Carbinol von viabiona.com oder auch phytodoxx von biogena.

Es gab zwei kleine Studien zu diesem Thema: „Placebo-controlled trial of indole-3-carbinol in the treatment of CIN“ 3) . Hier wurden drei Gruppen von Frauen gebildet. Die Placebogruppe erhielt kein Indol-3-Carbinol, die zweite Gruppe 200 mg Indol-3-Carbinol pro Tag und die dritte Gruppe 400 mg Indol-3- Carbinol pro Tag. Die Dysplasien rangierten zwischen schwerer Dysplasie (Pap IIId) und carcinoma in situ (Pap IVa). Nach nur dreimonatiger Behandlung konnte in den Indol-3- Carbinol-Gruppen die Hälfte der Frauen eine komplette Remission verzeichnen! Das heißt: Die Pap-Veränderungen hatten sich komplett zurückgebildet. Es lag wieder ein normaler Pap vor. In der Placebogruppe war das bei keiner der Frauen der Fall. Auch das Verhältnis von 2-/16-OH-Estron änderte sich dosisabhängig. „Anti-estrogenic activities of indole-3-carbinol in cervical cells“: implication for prevention of cervical cancer 4) . Hier wurde an einer Zellreihe in vitro untersucht, ob Indol-3-Carbinol an den Östrogenrezeptor von Zervixzellen bindet und so die Wirkung der HPV-Onkogene unschädlich machen kann. Es wurde gezeigt, dass sowohl Indol-3-Carbinol als auch 2-OH-Estron an den Östrogenrezeptor binden können und damit die Auswirkung der HPV-Infektion verhindern. Ergebnis war: Indol-3-Carbinol hat einen AntiÖstrogen- Effekt und sollte somit Cervix-Ca verhindern.

Indol-3-Carbinol (I-3-C) kann also zur Heilung von schweren Dysplasien eingesetzt werden und die Bildung von veränderten Zellen bei nachgewiesener Infektion verhindern. Ich empfehle es in meiner Praxis zusätzlich zu den anderen, oben beschriebenen Methoden.

Fallbeispiel

25-jährige Patientin, polyzystisches Ovar, dadurch hoher Östrogenspiegel, auch große Ovarialzysten, Pap III über einen Zeitraum von 1,5 Jahren. Trotz Zäpfchen, Ernährungsumstellung, Leberentlastung und Nutriglucan-Kur bleiben die Zellen verändert. Die Ärzte empfehlen eine Konisation, da auch im Inneren der Zervix veränderte Zellen gefunden wurden und der HPV-Test eine Infektion mit mehreren Hochrisiko-Virusstämmen ergibt.

Die Patientin hat einen starken Kinderwunsch und möchte diesen Eingriff gerne vermeiden. Deshalb wird die schon geplante OP verschoben und ein Estronex-Test (Ganzimmun diagnostics, Mainz) durchgeführt. Ergebnis: Das 16-OH-Estron ist stark erhöht (s. Abb. 3).

Wir ergänzen die Therapie mit Indol-3-Carbinol. Nach sechsmonatiger Einnahme unter Weiterführung der oben genannten Therapie normalisiert sich der Pap-Abstrich auf Pap II. Eine Konisation ist nicht mehr erforderlich.

Fazit

Bleibt die natürliche Therapie erfolglos, ist wahrscheinlich oft der Grund, dass zu wenig 2-OH-Estron und dafür mehr 16-OH-Estron als Östrogen-Abbauprodukt gebildet wird. In diesem Fall lohnt es sich, eine Urinuntersuchung durchzuführen, um den Verdacht zu bestätigen. In vielen Fällen kann durch Indol-3-Carbinol ein Pap-Abstrich normalisiert oder, bei nachgewiesener HPV-Infektion, eine Veränderung der Zellen verhindert werden.

Ausblick

Die unangenehme Eigenschaft des 16-OH-Estrons, die Tumorbildung zu begünstigen, spielt auch bei anderen östrogenabhängigen Tumoren eine Rolle, z.B. beim Mamma-Ca, beim Endometrium-Krebs oder beim Prostata-Karzinom. Auch hier können der Estronex-Test und die anschließende Einnahme von Indol-3-Carbinol die Therapie ergänzen.

Quellen

1) Mangold, Bernhard R., Nauth, Hans F.: ZERVIXKARZINOM-FRÜHERKENNUNG, „Konisation oder kolposkopisch gesteuerte Portiobiopsie?“, FRAUENARZT 49 (2008) Nr. 6, 522-7

2) Satoshi Tsujita, Kanehisa Moromoto: „Secretory IgA in salvia can be a useful stressmarker“, Environmental health and preventic medicine 4, 1-8, April 1999

3) Bell MC, Crowley-Nowick P, Bradlow HL, et al: „Placebo-controlled trial of indole-3- carbinol in the treatment of CIN“, Gynecol Oncol. 2000 Aug., 78(2):123-9

4) Yuan F, Chen DZ, Liu K, Sepkovic DW et al: „Anti-estrogenic activities of indole-3- carbinol in cervical cells“ implication for prevention of cervical cancer“, Anticancer Res. 1999 May-Jun, 19(3A), 1673-80

Literaturempfehlungen

 

  • Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch- Institut (RKI): Krebs in Deutschland – Häufigkeiten und Trends. 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe, 2006
  • RKI: Vorwort, Einleitung, Diskussion, Anhang zum Beitrag zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes „Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland“, 23.02.2010
  • GANZIMMUN Diagnostics AG: Fachinformation „Estronex® – Diagnostik des Östrogenmetabolismus“, Mainz
  • Heide Fischer: Frauenheilbuch, Nymphenburger
  • Margret Madejsky: Lexikon der Frauenheilkräuter, AT Verlag

 

Susanne Hendricks
Biologin und Heilpraktikerin mit den Schwerpunkten Frauenheilkunde, Wirbelsäulenbehandlung, chinesische Medizin (Akupunktur, Moxibustion, Tuina-Massage, Diätetik, Kräuterheilkunde), Dozentin an den Paracelsus Schulen

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